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Tradition

Schützenfeste sind im Mittelalter entstanden. Die Hauptwaffe der Bürgerwehren war die Armbrust.
 

Eine willkommene Gelegenheit, die für den Ernstfall bestimmte und durch stete Übung erlangte Fertigkeit im Schießen in friedlichem Wettkampf miteinander miteinander zu messen, bot den Bürgern das um die Pfingstzeit abgehaltene Vogelschießen, das zu den ältesten Volksbelustigungen gehört und in engster Beziehung zu der altgermanischen Frühlings- und Maifeier steht.
 

Der Maibaum wurde Mittelpunkt der Wettkämpfe, Spiele und Volksbelustigungen. An seine Spitze wurde der Vogel gesteckt. Die grüne Tracht der Schützen erinnert noch heute an dieses Brauchtum.
 

Mit dem Aufblühen der Städte bildeten sich überall Schützenvereine, die dieses Brauchtum bis heute erhalten haben.
 



Das älteste erhaltene Bild datiert aus dem Jahre 1885.
 

Geschichte des Reinbeker Schützenvereins

In Reinbek bestand schon vor ca. 300 Jahren eine Schützengilde, die neben dem Schießsport in seinen damaligen Formen die selben Ideal pflegte, Heimatliebe, Gemeinschaftssinn und Geselligkeit. Schon Ende des 17. Jahrhunderts wurden in der Loddenallee Schützenfeste gefeiert, über die aber nichts Näheres überliefert ist.
 

Am 24. Februar 1724 verordnete der dänische König urkundlich, daß für den Reinbeker Schützenkönig und zwar ohne Unterschied "wie hoch oder niedrig er im Amtsregister eingetragen sei", also ohne Unterschied ob arm oder reich, eine Prämie von 16 Reichstalern von dem Amtsschreiber Barthold Christoph Lodde auf dem Reinbeker Schloß, dem Amtssitz ausgezahlt werden sollte. Nach diesem Amtsschreiber Lodde, der durch Anpflanzung von Eichen und Buchen die Waldallee geschaffen hat, heißt seit Jahrhunderten das schöne Reinbeker Waldtal die "Loddenallee".
 

Hier stand einst "de Boom", die Stange mit dem bunten Vogel an der Spitze. Die alte Reinbeker Schützengilde ist aus einer jahrhundertealten gemeinnützigen Einrichtung, der Brandgilde, hervorgegangen. Leider wissen wir heute nichts über die Zeit dieser ersten Gilde bis zur Gründung des Reinbeker Schützenvereins von 1874. Lange Zeit bestanden aber 2 Schützenvereine nebeneinander in Reinbek. Feierte und schoß der eine überlieferungsgemäß in der Loddenallee, so der andere in Prahlsdorf, wo der Schießstand neben dem "Herrengraben", einem früheren Grenzgraben zwischen Reinbek und Schönningstedt ausgelegt war (Schützenhof - Schützenstraße).
 

Der heutige Reinbeker Schützenverein wurde im November 1874 von Bürgern gegründet. Von ihnen sind uns die Namen: Moritz Dober, Carl Jacobsen, Heinrich Kiehn, Fritz Prahl, Ludwig Rudow, Fritz Sanmann, Johann Sanmann und Jochen Schmidt überliefert.